JuPiD 2015 - Jugend und Politik im Dialog

Junge Menschen müssen über manche Hürde, wenn sie sich politisch beteiligen wollen. Häufig stehen sie vor einer Wand und werden nicht einfach beteiligt. Sie haben viele Ideen, was sich ändern muss. In Berlin diskutieren junge Menschen und Politiker_innen bei „JuPiD 2015 - Jugend und Politik im Dialog“, was sich ändern muss.

 

 

Foto: Yana Wernicke
Diskussion zwischen Jugendlichen und Caren Marks bei JuPiD 2015. Foto: Yana Wernicke.

Überall hängen vollgeschriebene Plakate. Viele Stimmen sind zu hören. Jugendliche diskutieren lebhaft mit Politiker_innen. Sie beraten darüber, wie politische Partizipation erleichtert werden kann. Und vor allem fordern sie Besserung. Seit Mitte 2014 entwickeln junge Menschen und politische Entscheidungsträger_innen europaweit Vorschläge, um die politische Partizipation junger Menschen zu verbessern. Auf einer EU-Jugendkonferenz Ende März in Riga wurden dazu von jungen Menschen und Regierungsvertreter_innen aus allen EU-Ländern ››› erste Empfehlungen erarbeitet.

 

 

Foto: Yana Wernicke
Jugendliche diskutieren in einem Workshop. Foto: Yana Wernicke

Die rund 50 Jugendlichen in Berlin nehmen diese Empfehlungen und die Ergebnisse der Beteiligungsrunde in Deutschland noch einmal genauer unter die Lupe: Sie überlegen, wie Jugendliche für Beteiligung gestärkt werden können. Gleichzeitig entwickeln sie Ideen, wie Politik und Verwaltung geändert werden müssen, damit Jugendliche überhaupt bei politischen Entscheidungen mitmischen können. So soll Partizipation ansprechend gestaltet werden. Und vor allem soll sie nachhaltig sein.

 

 

Foto: Yana Wernicke
Die Bundestagsabgeordneten Susann Rüthrich und Christina Schwarzer bei der Diskussion mit Jugendlichen. Foto: Yana Wernicke

In kleinen Gruppen fühlen sie Caren Marks, der  Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, auf den Zahn. Sie sprechen mit Silke Gebel (Bündnis 90/Die Grünen | MdL), Norbert Müller (Die Linke | MdB), Susann Rüthrich (SPD | MdB) und Christina Schwarzer (CDU/CSU | MdB), Thomas Gill (Landeszentrale für politische Bildung Berlin), Sandra Hildebrandt (Berliner Senatsverwaltung), Ute Karger (Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie) über ihre Ideen und hören sich die Argumente der Politiker_innen an.

 

„Es ist wichtig, Politik gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zu machen. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Partizipation“, betont Caren Marks. Dies sei auch dann der Fall, wenn Jugendliche Erwachsenen rechtlich nicht überall gleichgestellt sind. Denn welche Bedürfnisse Jugendliche haben, könne man nur gemeinsam mit jungen Menschen herausfinden, sagt Caren Marks. Und das ist Pflicht. In der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die auch Deutschland ratifiziert hat, ist festgelegt, dass junge Menschen ein Recht darauf haben: Alle dürfen sich informieren, sich mitteilen, sie müssen gehört werden und haben ein Recht auf Mitsprache bei Entscheidungen, die ihr Wohlergehen betreffen.

Foto: Christina Heuschen
Portraitaufnahme des im Text zitierten Robert Fischbach. Foto: Christina Heuschen

Doch häufig hakt es. Das findet auch Robert Fischbach. Der 17-Jährige möchte deshalb die digitale Welt für die Partizipation junger Menschen verbessern. Mehr Jugendliche sollen sich seiner Meinung nach zu jeder Zeit beteiligen können. „Dabei darf das Datenvolumen nicht gedrosselt werden.“ Er fordert, dass die Nutzung aller Beteiligungsangebote kostenlos sein soll - Datenvolumen fürs Handy inklusive.

 

 

Foto: Yana Wernicke
Dialog zwischen Jugendlichen und Dialogpartner_innen aus der Verwaltung bei JuPiD 2015. Foto: Yana Wernicke

Nicht nur kostenlose, digitale Partizipation soll möglich sein. Die Teilnehmenden fordern Grundsätzliches: Beteiligung darf nicht nur zum Schein angeboten werden. Alle Angebote müssen transparent und nachhaltig sein. Um das zu ermöglichen, braucht es das richtige Handwerkszeug – und zwar vor allem für Erwachsene. Deshalb fordern die Jugendlichen, das Thema Partizipation zum festen Bestandteil der Ausbildung von Verwaltungsangestellten zu machen. Sandra Hildebrandt, Referentin in der Berliner Senatsverwaltung und Mitglied der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie, findet das sinnvoll: „Das Thema in die Ausbildung einzubinden, ist eine sehr gut Idee, die auch in der Praxis durchführbar wäre.“ Gemeinsam mit ihrer thüringischen Kollegin möchte sie die Idee mit in die Bund-Länder-AG nehmen.

 

 

Foto: Yana Wernicke
Teilnehmerin bei JuPiD 2015 in der Diskussion. Foto: Yana Wernicke

Caren Marks ermutigt die Jugendlichen dazu, den Dialog mit der Politik und Behörden auch weiterhin einzufordern – erst recht, wenn man sie nicht anhöre. Sandra Kebede sieht JuPiD als ersten Erfolg. „Ich fand es ziemlich cool, da wir uns näher gekommen sind und jetzt viel mehr auf einer Augenhöhe sind. Also die Politiker, mit denen wir uns unterhalten haben, sind einfach positiv beeinflusst worden“, sagt die 16-Jährige.

 

Und nicht nur das: Die Forderungen von Sandra und ihren Mitstreiter_innen werden in die dritte und letzte EU-Jugendkonferenz zum Thema politischen Partizipation einfließen. Im September werden in Luxemburg endgültige Empfehlungen erarbeitet. Dann wird sich zeigen, welche Ideen aus Berlin die EU erreichen.

 

 

Berichterstattung über JuPiD 2015

euroBBa.de, das Info-Portal zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Berlin und Brandenburg, hat bei JuPiD 2015 vorbeigeschaut und zwei Artikel darüber veröffentlicht:
››› Ortstermin: JuPiD 2015 – Jugend und Politik im Dialog – „Setzt die Jugendbrille auf!“
››› Strukturierter Dialog: „Politisches Interesse und Lust zählen allein!“

Meldung auf der Website des Bundesjugendministeriums über den Dialog mit Caren Marks (Parlamentarische Staatssekretärin):

››› Jugend und Politik: Caren Marks im Dialog


„JuPiD 2015 - Jugend und Politik im Dialog“ war eine Veranstaltung im Rahmen des Strukturierten Dialogs. Der Strukturierte Dialog ist ein fortlaufender Dialogprozess, der seit 2010 europaweit junge Menschen und politische Entscheidungsträger_innen zusammenbringt. Gemeinsam diskutieren und entwickeln sie Vorschläge, um Jugendpolitik in den einzelnen EU-Ländern und auf europäischer Ebene zu verbessern. Junge Menschen bringen ihr Perspektive ein; Vertreter_innen aus Politik und Verwaltung setzen sich damit auseinander und geben ein Feedback. Der Dialog findet dabei nicht nur auf der europäischen Ebene statt, sondern bezieht auch die lokale, regionale und nationale Ebene mit ein.

Die Veranstaltung wurde durch das EU-Förderprogramm Erasmus+ und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

 

Dokumentation

Titelseite der Dokumentation
Titelseite der Broschüre mit der Aufschrift "[emPOWER•me!] Politik • mitdenken • mitgestalten • mitbestimmen" und "Jugend und Politik im Dialog. Dialogveranstaltung vom 7. bis 9. Juni 2015 in Berlin" sowie einem Bild, auf dem fünf Jugendliche ve

Die Dokumentation fasst die Ergebnisse der Workshops zusammen und stellt den Rahmen vor, in dem JuPiD 2015 stattfand.

 

››› Dokumentation zu JuPiD 2015 herunterladen (2,5 MB)

 

 



Das war JuPiD 2014

Foto: kallejipp | Photocase
Eine Person macht einen großen Sprung vor einer Wand mit bunten Streifen. Im untereren Teil des Bildes steht "JuPiD 2014 - Jugend und Politik im Dialog". Foto: kallejipp | Photocase

Berlin bot vom 23. bis 25. Februar 2014 die Kulisse für das erste deutschsprachige Jugendtreffen zum Strukturierten Dialog. JUGEND für Europa und der Deutsche Bundesjugendring betraten mit dieser Veranstaltung Neuland und luden 70 Jugendliche aus Deutschland, Liechtenstein und Österreich ein.

Die Dokumentation fasst die Inhalte und Ergebnisse der verschiedenen Programmpunkte von JuPiD 2014 zusammen:

››› Dokumentation zu JuPiD 2014 herunterladen (ca. 6 MB)

 

 

Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland
c/o Deutscher Bundesjugendring | Mühlendamm 3 | 10178 Berlin

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