Gelingende Übergänge in Ausbildung und Arbeit

Zum Erwachsenwerden gehören viele Lebensphasen: Man wird älter, kommt in die Pubertät und nabelt sich von den Eltern ab. Ganz "nebenbei" geht man in den Kindergarten, in die Grundschule und wechselt dann in die weiterführende Schule. Danach folgen Ausbildung, Studium oder Beruf. Auch wenn viele dieser Übergänge von außen strukturiert und vorgegeben sind, ist das Erleben dieser nicht immer einfach. Denn oft entstehen Lücken. Viele überbrücken diese mit Freiwilligendiensten, Praktika, Neben- oder Minijobs, vielleicht auch mit einem Auslandsaufenthalt. Dies geschieht entweder, weil man nicht weiter weiß: Man braucht eine Auszeit zum Verschnaufen und Orientieren. Oder man wartet: Auf einen Ausbildungsplatz- oder Studienplatz. Oder man bekommt einfach keinen Job.

Das kann ganz schön viel werden und man kann leicht den Überblick oder die Nerven verlieren. Hilfe kommt dann von Eltern, Freunden, Projekten zur Berufsorientierung oder von der Arbeitsagentur und der Schule. Doch wie hilfreich sind diese Angebote wirklich? Und welche Bedingungen sind nötig, um "Orientierungslosigkeit" zu vermeiden? Dieses Thema interessiert auch die politischen  Akteur_innen, die die EU-Jugendstrategie in Deutschland umsetzen. Bei ihnen steht das Lernen im Ausland im Mittelpunkt der Diskussionen.

   

Foto: cw design | Photocase
Eine Person, die eine Jeanshose trägt, kletter über eine Mauer aus großen Betonsteinen. Foto: cw design | Photocase

Die „Integration sozial benachteiligter junger Menschen in das Regelsystem Bildung, Ausbildung und Arbeit” wurde deshalb als eines von mehreren Schwerpunktthemen für die Umsetzung der EU-Jugenstrategie in Deutschland ausgewählt. Damit wurden auch die Übergänge zwischen Lebensphasen junger Menschen zu einem Schwerpunktthema für den Strukturierten Dialog.

 

Die Konsultation und ihre Ergebnisse

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und die für Jugendfragen zuständigen Ministerien der Länder beschlossen, neben Positionen von Fachleuten auch explizit Erfahrungen, Meinungen, Ideen, Vorschläge und Forderungen von jungen Menschen in ihre Beratungen zum dem Thema "Übergänge zwischen Schule und Beruf" einzubeziehen. Von September 2012 bis Dezember 2012 waren schließlich junge Menschen einzeln sowie in Jugendgruppen, -verbänden, -initiativen, Schulklassen oder losen Zusammenschlüssen etc. aufgerufen, sich an [Orientierung¿Los!], der gemeinsamen Beteiligungsrunde des Strukturierten Dialogs und Ichmache>Politik zu dem Thema Übergänge, zu beteiligen. 

Die Ergebnisse fließen sowohl in den Prozess zur Umsetzung der EU-Jugenstrategie in Deutschland als auch in den bundesweiten Prozess zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik ein. Ganz konkret haben die Mitglieder der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Jugendstrategie sowie die Mitglieder der Steuerungsgruppe für die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik ein Feedback zugesichert. Sie spielen eine wesentliche Rolle für die Gestaltung des jeweiligen Prozesses.

 

 

 

Was ist mit Übergängen gemeint?

Kind-Sein — Pubertät — Jugendphase: Wenn junge Menschen erwachsen werden, dann sind sie mit vielen Veränderungen konfrontiert. Sie gehen von der Grund- auf die Oberschule, begegnen unheimlich vielen neuen Leuten, die sie prägen und auf dem eigenen Lebensweg ein Stück weit begleiten. Manche Jugendliche grenzen sich dabei ab. Sie finden neue Interessen, neue Hobbies und bewegen sich auf einmal in eine ganz andere Richtung als gedacht. Das passiert spätestens dann, wenn sie sich vom Elternhaus abkoppeln. Dabei geht jeder junge Mensch seinen „eigenen Weg”. Spannende, einschneidende Erlebnisse, Herausforderungen und auch Hürden sind vorprogrammiert.

 

Über die verschiedenen Übergänge

Von der Schule in die Ausbildung

Die letzten Prüfungen sind vorbei und das Abschlusszeugnis ist auch schon gedruckt. Die Schule ist nun zu Ende. Für einige war es einfacher und für andere schwieriger - Doch was folgt dann? Viele junge Menschen wollen etwas praktischer weitermachen und starten mit einer Berufsausbildung in ihren nächsten Lebensabschnitt. Nun müssen sie: recherchieren, Interessen erkunden, Betriebe besuchen, Praktika machen und zu guter Letzt Bewerbungen schreiben!

 

Von der Schule ins Studium

Ein Studium nach dem Abi: Doch was studieren? Auf einmal gibt es viel mehr Fächer als in der Schule. Klar, alle wissen, was Jura, BWL oder Medizin ist. Aber was ist mit Umweltwissenschaften, Kulturanthropologie oder Japanologie? Viele verlieren hier den Überblick und nehmen sich eine Auszeit zum Nachdenken: im Auslandsaufenthalt, bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr oder während eines Praktikums. Die Wahl für den richtigen Studienplatz ist auf jeden Fall keine Leichte und bestimmt den Lebensweg ganz enorm.

 

Von der Ausbildung/dem Studium in den Beruf

Ausbildung und Studium sind beendet. Und auch das Lernen hat ein Ende: Jetzt folgt ein weiterer wichtiger Übergang - der Schritt ins Berufsleben. Bei einigen verläuft er ganz reibungslos, z.B. wenn die vorherige Praktikumsstelle einen übernimmt oder jemand nach wenigen Bewerbungen eine gute Stelle ergattert. Häufig jedoch bedeutet dies auch Bewerbungen schreiben und warten. Junge Menschen sind dabei oftmals auf staatlicher Unterstützung angewiesen. Neben allen Herausforderungen, die sich in dieser Phase ergeben mögen, ist es wichtig, dass sich junge Menschen ihrer Stärken und Schwächen bewusst werden.

 

Lernerfahrung im Ausland

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen - so lautet das altbekannte Sprichwort. Ergänzen könnte man noch: Und dabei ganz schön viel lernen - ganz ohne Schule, Ausbildungsplatz und Uni. Ob ein internationales Pfadfinderlager, ein Europäischer Freiwilligendienst in Litauen, ein deutsch-französischer Jugendaustausch, ein Workcamp in der Ukraine und und und: Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten für junge Menschen ihre gewohnte Umgebung zu verlassen, um andere Kulturen kennen zu lernen, neue Erfahrungen zu sammeln, eine andere Sprache zu erleben und sich dabei - oft ohne, dass man es bewusst wahr nimmt - weiterzuentwickeln. Über die Persönlichkeitsentwicklung hinaus können sie aber auch Einfluss bei Bewerbungen um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben.

 

Weitere Infos und Materialien

Stolpersteine - Wenn der Übergang nicht klappt

Schule oder die Ausbildung ohne Abschluss verlassen? Probleme in der Familie oder mit Freunden? In die Kriminalität oder Drogensucht abgerutscht? Andere Hürden? - Viele Jugendliche haben Schwierigkeiten, den Weg ins Berufsleben zu finden und manchmal erscheint der Übergang als ein schier unlösbares Problem. Für junge Menschen, die Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle zu finden, gibt es in Deutschland eine Vielzahl von unterschiedlichen Informationsangeboten und Förderprogrammen. Tatsache aber ist auch, dass zum einen sehr viele dieser Angebote kaum bekannt sind und zum anderen wenig Erfolg zeigen. Viele Jugendliche erleben, dass sie von Maßnahme zu Maßnahme weitergereicht werden, ohne die Chance auf einen richtigen Berufseinstieg zu haben.

 

Weitere Infos und Materialien


Strukturierter Dialog:

Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland
c/o Deutscher Bundesjugendring | Mhlendamm 3 | 10178 Berlin

www.strukturierterdialog.de