Orientierung¿-Los!

Übergänge – Überbrückungszeit – Überflieger_in! – Übung macht den Meister – über den Horizont hinaus – über etwas hinwegkommen – über etwas stolpern – überwinden – über sich hinauswachsen. Ihr habt bestimmt schon einige persönliche Übergänge erlebt!

Übergänge sind Lebensphasen, die nicht immer einfach zu meistern sind. Oft passieren sie ganz von selbst: Man wird älter, bringt die Pubertät hinter sich, koppelt sich ab vom Elternhaus und wird „erwachsen“. Viele Übergänge werden von außen strukturiert und vorgegeben: der Wechsel von der Grundschule in die weiterführende Schule und von dieser in die Ausbildung oder ins Studium und schließlich in den Beruf beispielsweise.

Dazwischen werden Freiwilligendienste, Praktika, Neben- oder Minijobs, vielleicht Auslandsaufenthalte genutzt, um Wartezeiten zu überbrücken; oder sich eine Auszeit zum Verschnaufen und Orientieren zu nehmen.

Die Freiräume, die noch bleiben, verbringen viele damit, darüber nachzudenken, was sie mal werden wollen und wie sie das schaffen können. Alles ganz schön verplant, oder? 


Foto: la dina | Photocase
Junger Mann sitzt vor einer gelben Metalltür, auf der zwei große schwarze Pfeile aufgemalt sind. Foto: la dina | Photocase

Wenn einem die Zukunftsideen fehlen oder die Übergänge holpriger sind als gedacht, kann man auf die Hilfe von Eltern, Freunden, Projekten zur Berufsorientierung oder auf die Unterstützung von Arbeitsagentur und Schule zurückgreifen. Doch wie hilfreich sind diese Angebote wirklich?

Diese Frage beschäftigt auch Fachleute und politische Akteur_innen, die die EU-Jugendstrategie in Deutschland umsetzen. Mit ihrem europäischen Blick steht dabei natürlich das Lernen im Ausland im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Gestaltung von Übergängen bzw. „Weichenstellungen für die Zukunft“ war aber auch Leitthema des 3. Fachforums zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik.

Welchen Einfluss Schule, Gleichaltrige, außerschulische Bildungsorte, Auslandserfahrungen und die Wirtschaft auf eure Lebensgestaltung haben und welche Bedingungen nötig sind, um „Orientierungslosigkeit“ zu vermeiden - dazu könnt ihr euch jetzt positionieren!


Die Ergebnisse

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze

Um einen guten Sprung ins Erwachsenenleben zu ermöglichen, muss Berufsorientierung  früher ansetzen und ein wichtiger Bestandteil von Schule werden, finden die Teilnehmenden. Außerdem wünschen sie sich bessere und mehr Angebote sowie Kooperationen im Rahmen der Berufsorientierung. Die Beratung sollte geschlechterunabhängig passieren und sich konkret an den Bedürfnissen und Wünschen der jungen Menschen orientieren. Um wirklich herausfinden zu können, welcher Beruf passt, muss es viel mehr Möglichkeiten geben sich auszuprobieren.

Im Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung betonten die Teilnehmenden der Beteiligungsrunde: Inklusion und individuelle Förderung müssen Wirklichkeit werden! Hier sehen sie v. a. die Schulen in der Verantwortung, niemanden aus dem Blick zu verlieren. Um sich entwickeln zu können, braucht man Zeit – die Teilnehmenden fordern deshalb Freistellungsmöglichkeiten für Zukunftsplanung und ehrenamtliches Engagement.

Für benachteiligte junge Menschen gilt es nach Meinung der jungen Politikmacher_innen spezielle Angebote zu entwickeln sowie gut ausgebildete und direkte Ansprechpartner_innen zur Verfügung und ausreichend Informationen bereitzustellen.

Auch die Unternehmen müssen ran: Sie sollten nach Ansicht der Teilnehmenden in der Schule viel präsenter werden. Außerdem könnten sie vermehrt auf firmeninterne Bildungsgänge setzen und so in ihre eigene Zukunft UND die der jungen Menschen investieren.  Kritisch sehen die Teilnehmenden, dass die Berufswahl oft von finanziellen Aspekten bestimmt wird. Ihr Lösungsvorschlag ist, einen Mindestlohn für alle Berufe einzuführen.

Gleichaltrige üben einen großen Einfluss auf die Zukunftsplanungen von jungen Menschen. Peer-Berater_innen können besonders authentisch und glaubwürdig auf ihre gleichaltrigen „Klient_innen“ eingehen, finden die Teilnehmenden. Jedoch dürfe die nicht mit Zwang verbunden werden. Gemeinsame Hilfe unter Freunden könne manchmal auch ganz von allein eine „Peerberatung“ sein, ohne dass dies den Beteiligten bewusst wäre.

Auslanderfahrungen erweitern den eigenen Horizont und sollten nach Meinung der Teilnehmenden deshalb für alle zugänglich sein. Aber der Rahmen muss stimmen: Eine Entschleunigung des Studiums, eine Vereinfachung der Bürokratie oder gute Partnerschaften zwischen Städten, Schulen und Vereinen werden als Stichworte von jungen Politikmacher_innen genannt. Nicht zuletzt muss nach Meinung der Teilnehmenden zudem die finanzielle Unterstützung ausgebaut werden.

››› Die Zusammenfassung


Das passiert mit den Ergebnissen

Eure Ergebnisse fließen sowohl in den Prozess zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland als auch in den bundesweiten Prozess zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik ein. 

Ganz konkret haben politische Entscheidungsträger_innen und Fachleute aus Theorie und Praxis zugesagt, sich damit auseinanderzusetzen und euch im Anschluss ein Feedback zu geben. Bisher haben die Mitglieder der Bund-Länder- Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie und die Mitglieder der Steuerungsgruppe für die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik sowie das Bundesjugendministerium dieses Feedback zugesichert. Sie spielen eine wesentliche Rolle für die Gestaltung des jeweiligen Prozesses.


Über den Konsultationsprozess

Im Herbst 2012 waren junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren sowie Jugendgruppen, -verbände, - initiativen, Schulklassen und lose Zusammenschlüsse aufgerufen, sich auf ihre eigene Art und in ihrem jeweiligen Setting mit den Fachpositionen unter dem Motto [Orientierung¿-LOS!] auseinanderzusetzen und Positionen und Vorschläge dazu zu entwickeln. Von September bis Mitte November 2012 konnten sie ihre Ergebnisse online mitteilen. Insgesamt kamen fast 1.000 Beiträge zusammen.

››› Alle Beiträge ansehen

In einer zweiten Phase im Dezember 2012 wählten die Teilnehmenden aus den gesammelten Beiträgen diejenigen aus, die ihnen am wichtigsten für die weitere politische Diskussion um das Thema waren. 

Um diese Phase zu vereinfachen und die Positionen auf eine abstimmbare Zahl zu reduzieren, wurden für die Abstimmung inhaltlich identische Beiträge redaktionell zusammengefasst bzw. facettenreiche Positionen in einzelne Aspekte unterteilt. Aus insgesamt fast 1.000 Beiträgen entstanden so 327 abzustimmende Beiträge, deren Wichtigkeit die Teilnehmenden bewerten konnten. 

Auf Grundlage der Bewertungen wurde zu den sechs Fragestellungen jeweils ein Ranking der Beiträge erstellt. So fand am Ende das obere Viertel der abgestimmten Beiträge Eingang in die Zusammenfassung der Ergebnisse von [Orientierung¿ LOS!].

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Termine

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Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland
c/o Deutscher Bundesjugendring | Mühlendamm 3 | 10178 Berlin

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