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03.12.2012

Mitmischen possible? Beteiligung junger Menschen mit Migrationshintergrund

EU-Jugendministerrat verabschiedet Schlussfolgerungen

Am 27. November haben die EU-Jugendminister_innen „Schlussfolgerungen über die Teilhabe und soziale Inklusion von jungen Menschen, insbesondere jenen mit Migrationshintergrund“ verabschiedet. In das Dokument flossen dabei auch Empfehlungen der EU-Jugendkonferenz in Nikosia/Zypern ein, der ein umfangreicher Konsultationsprozess unter jungen Menschen und Jugendgruppen in den EU-Mitgliedstaaten vorangegangen war.


Der zyprische Jugendminister bei der Tagung des EU-Jugendministerrates am 27. November 2012. Foto: Rat der Europäischen Union

Foto: Rat der Europäischen Union

Was der Rat anregt

Studien haben gezeigt, dass junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund weiterhin mit Nachteilen bei der Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben, obwohl ein hoher Prozentsatz von ihnen in dem Land, in dem sie leben, geboren und aufgewachsen ist. 

In seinen Schlussfolgerungen regt der EU-Jugendministerrat deshalb verschiedene politische Maßnahmen an, die die Teilhabe und soziale Inklusion von jungen Menschen mit Migrationshintergrund stärken sollen. Dabei betont der Rat, dass das non-formale und informelle Lernen eine Schlüsselrolle bei der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Inklusion benachteiligter junger Menschen spielt. Deshalb sei die Arbeit von Fachkräften der Jugendarbeit und von Jugendorganisationen von besonderer Bedeutung. 

Unter anderem ersucht der Rat die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission,

  • die aktive Mitwirkung und Teilhabe junger Menschen mit Migrationshintergrund an ihren lokalen Gemeinschaften zu unterstützen, insbesondere im Hinblick auf non-formales und informelles Lernen;
  • alle jungen Menschen an der Ausarbeitung, Umsetzung und Bewertung aller sie betreffenden politischen Maßnahmen mitwirken zu lassen;
  • bei der Entwicklung, Förderung und Unterstützung von Peer-Learning-Aktivitäten mit Jugendbetreuer_innen und Jugendorganisationen, einschließlich jener von und für Migrant_innen, zusammenzuarbeiten, um gegenseitigen Respekt, Toleranz und interkulturelles Verständnis zu fördern;
  • die soziale Inklusion in der Informationsgesellschaft zu fördern, indem beispielsweise die Medienkompetenz junger Menschen mit Migrationshintergrund verbessert wird;
  • die Einbeziehung mobiler junger EU-Bürger_innen und junger Menschen mit Migrationshintergrund in den Entscheidungsprozess und ihre tatsächliche Mitwirkung an politischen Maßnahmen und Programmen, die sie betreffen, sowie ihre Beiträge dazu zu fördern;
  • Netze und strategische Partnerschaften zwischen Jugendorganisationen, einschließlich jener von und für Migrant_innen, Behörden auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene sowie dem Privatsektor zu unterstützen bzw. anzuregen, damit unter der Federführung junger Menschen Projekte und Veranstaltungen organisiert werden können, die Vielfalt anerkennen und Inklusion fördern;
  • Möglichkeiten zu prüfen, spezielle Informations- und Beratungsdienste für junge Menschen mit Migrationshintergrund einzurichten, um ihnen – im persönlichen Gespräch ebenso wie online – maßgeschneiderte und innovative Informationen und Beratung anzubieten;
  • die Zusammenarbeit zwischen Jugendorganisationen, einschließlich jener von und für Migranten, und Medien zwecks einer unvoreingenommenen Darstellung junger Menschen mit Migrationshintergrund anzuregen und zu unterstützen, um auf diese Weise ihre soziale Inklusion zu fördern;
  • nach besten Kräften dafür zu sorgen, dass die Umsetzung der nächsten Generation von EU-Programmen und andere auf junge Menschen ausgerichtete Instrumente zugänglich und an die Bedürfnisse aller jungen Menschen angepasst sind, und für eine bessere Unterstützung und Inklusion und den interkulturellen Dialog junger Menschen aus EU- und Nicht-EU-Staaten ausgerichtet sind.


In vielen der Anregungen des Rates finden sich die Inhalte aus den ››› Gemeinsamen Empfehlungen der EU-Jugendkonferenz von Nikosia wieder, wenn auch nicht wortwörtlich.

Das gesamte Dokument steht unten als Download zur Verfügung.

Neben der Verabschiedung dieses Dokuments zog der Rat auch noch Bilanz über den nun abgeschlossenen Arbeitszyklus des Strukturierten Dialogs zur Teilhabe junger Menschen am demokratischen Leben in Europa. In seiner Entschließung gibt er zwar keine konkreten Empfehlungen zeigt aber Entwicklungsbedarfe beim Strukturierten Dialog auf. 

››› Ausführlicher Artikel auf jugendpolitikineuropa.de über die Bilanz des Rates


Downloads:
pdf Schlussfolgerungen des Rates über die Teilhabe und soziale Inklusion von jungen Menschen, insbesondere jenen mit Migrationshintergrund   (167 K)
Schlagwörter:
EU, EU-Jugendministerrat, Jugendbeteiligung, junge Menschen mit Migrationshintergrund, Konsultation

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