Empowerment junger Menschen

Am 1. Juli 2014 hat ein neuer 18-monatiger Prozess im Strukturierten Dialog begonnen. Bis Ende 2015 dreht sich alles das Thema „Empowerment junger Menschen zur politischen Partizipation“.

Dabei geht es um die Frage, wie junge Menschen so gestärkt und unterstützt werden können, dass sie ein selbständiges Leben führen und sich selbstverantwortlich und selbstbestimmt in die Gesellschaft einbringen können. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf der Teilhabe junger Menschen am politischen bzw. demokratischen Leben liegen, also ihrer Beteiligung am demokratischen Leben. 


Foto: AllzweckJack | Photocase
Aufkleber mit einem symbolischen Gewichtheber auf einer Wand mit abbröckelnder Farbe. Foto: AllzweckJack | Photocase

1. Orientierungsphase (Juli – Oktober 2014)

Foto: kallejipp | Photocase
Um einen Mann im Anzug und mit Fernglas schweben Pfeile aus Pappe, die in alle Richtungen weisen. Foto: kallejipp | Photocase

In der Orientierungsphase ging es darum, ein gemeinsames Verständnis des Themas zu entwickeln und den Rahmen für die weitere Arbeit festzulegen. Was verstehen Jugendliche und politische Akteur_innen in den verschiedenen EU-Ländern unter dem Thema „Empowerment“? Was meinen wir, wenn wir vom Empowerment junger Menschen zur politischen Teilhabe sprechen? Was sagen Expert_innen und Forscher_innen dazu? Wo liegen die Probleme? Was müsste konkret angegangen werden?
 

Was passierte in dieser Phase in Deutschland?

Wie die Nationalen Arbeitsgruppen für den Strukturierten Dialog die Orientierungsphase in ihrem Land gestalten und die Informationen zusammentragen, konnten sie selbst entscheiden. Die Nationale Arbeitsgruppe in Deutschland hatte sich dazu entschieden, die Informationen aus bereits vorliegenden Dokumenten (Befragungen junger Menschen, Studien, Expertisen usw.) zusammenzustellen.

Mehr über die Ergebnisse der Recherche erfahren

Im Englischen ist "Empowerment" ein absolut gängiger Begriff. Im Deutschen wird er meist nur in Fachkreisen wie zum Beispiel der sozialen Arbeit verwendet. Empowerment ist eng mit der Idee verbunden, dass Menschen sich (weitgehend) aus eigener Kraft für sich selbst und für andere einsetzen.

Dabei geht es um

  • das Stärken des Selbstbewusstseins und der Selbstwertgefühle,
  • das Vertrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten,
  • die Power, die man in sich hat,
  • die Selbstgestaltungskräfte von Menschen,
  • ein selbstbestimmte(re)s Leben


Alles schön und gut, werdet ihr vielleicht sagen, aber wirklich neu ist das ja nicht. Stimmt. In Deutschland ist es zum Beispiel ein wesentlicher Bestandteil der Jugendarbeit und Jugendhilfe, junge Menschen darin zu bestärken und zu unterstützen, ihre Stärken zu entdecken, zu entwickeln und einzusetzen, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen oder sich aktiv für ihre Interessen und Bedürfnisse stark zu machen. Kurz gesagt: Empowerment ist in Deutschland ein großes Thema, heißt aber nicht so.

››› Mehr über das Thema Empowerment erfahren

Als Handlungsbedarfe im Bereich "Politische Beteiligung junger Menschen" hielt die Nationale Arbeitsgruppe folgende Punkte fest:

  • Bessere strukturelle Verankerung von Jugendbeteiligung
  • Aktives Zugehen von politischen Entscheidungsträger_innen auf junge Menschen
  • Jugendbeteiligung an Wahlen fördern/Politik jugendgerechter gestalten
  • Neue Formen politischer Partizipation nutzen
  • Teilhabe erfahrbar machen
  • Neue und bislang vernachlässigte Zielgruppen ansprechen und fördern
  • Jugendstrukturen/-vertretungen besser einbinden
  • Stärkung und Ausbau der politischen Bildung
  • „Unterstützer_innen“ ausbilden und qualifizieren
  • Bessere Anerkennung der non-formalen/außerschulischen Bildung

 

 

Foto: Christine Pollithy
Karten mit englischen Stichwörtern zum Thema Partizipation aus einem Workshop der EU-Jugendkonferenz Foto: Christine Pollithy

Die EU-Jugendkonferenz in Rom

Die Beiträge aus Deutschland wurden Mitte Oktober 2014 auf der EU-Jugendkonferenz in Rom mit den Beiträgen anderer EU-Länder zusammengebracht. Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen diskutierten dort gemeinsam die Grundsätze, Definitionen und Herausforderungen von Empowerment junger Menschen zur politischen Teilhabe und entwickelten einen Rahmen für die folgende Beteiligungsrunde (Konsultation) und den weiteren Dialog zum Thema. Die Diskussionen drehten sich

  • um die Rolle junger Menschen in politischen Entscheidungsprozessen,
  • um Mittel, Formen und Akteure politischer Partizipation,
  • um die Frage, wie Bildung politische Partizipation unterstützen kann sowie
  • um Informationen, Ansprache und Engagement für politische Partizipation.


››› Orientierungsrahmen herunterladen (deutsche Übersetzung)
(65 KB)


Ergänzend dazu wurden in Rom auch noch gemeinsame Schlussfolgerungen zum Zugang junger Menschen zu ihren Rechten entwickelt. Dies geschah auf besonderen Wunsch der italienischen EU-Ratspräsidentschaft. Die Schlussfolgerungen flossen in die Beratungen der EU-Jugendminister_innen bei der Ratstagung im November 2014 ein.

››› Mehr über die EU-Jugendkonferenz und ihre Ergebnisse erfahren


2. Konsultations- und Dialogphase (November 2014 – März 2015)

Foto: .marqs | Photocase
Eine Sprechblase, die sich aus bunten, einzeln ausgeschnittenen Buchstaben zusammensetzt. Foto: .marqs | Photocase

Ziel der zweiten Phase war es, die Meinungen, Vorschläge und Forderungen junger Menschen zum Thema „Empowerment junger Menschen zur politischen Partizipation“ zusammenzutragen und mit politischen Akteur_innen zu diskutieren. Dazu wurden in allen EU-Mitgliedsländern von etwa November 2014 bis Februar 2015 Beteiligungs- und Diskussionsrunden organisiert. Als Grundlage dafür entwickelte der Europäische Lenkungsausschuss aus dem Orientierungsrahmen heraus Leitfragen, die die Nationalen Arbeitsgruppen jeweils für ihr Land angepasst haben.


Foto: Simon Scheibe | jugendfotos.de (CC: BY 3.0)
Fünf Jugendliche versuchen über eine Mauer zu klettern und helfen einander dabei. Foto: Simon Scheibe | jugendfotos.de (CC: BY 3.0)

Was passierte in dieser Phase in Deutschland?

In Deutschland lief die Beteiligungsrunde unter dem Titel emPOWER•me! Politik mitdenken • mitgestalten • mitbestimmen. Alle Infos dazu und wie man bei der Beteiligungsrunde mitmachen konnte, findet ihr ››› hier.

Mehr über die Ergebnisse der Beteiligungsrunde erfahren

Unter dem Titel „emPOWER•me! Politik mitdenken • mitgestalten • mitbestimmen“ konnten junge Menschen aus Deutschland von November 2014 bis Ende Januar 2015 ihre Vorschläge dazu einbringen und im Anschluss im Online-Voting darüber abstimmen. Wir haben die Ergebnisse der Beteiligungsrunde für euch zusammengefasst.

Die Ergebnisse in Kürze

Jugend ♥ Politik? Was braucht es, damit Jugend und Politik sich besser verstehen?

  • Auf uns kommt es an! Die Teilnehmenden der Beteiligungsrunde sind davon überzeugt, dass Jugendliche am besten wissen, was sie wollen. Deshalb sollten sie Aktionen möglichst selbst entwickeln und umsetzen können. Gleichzeitig sollten die Themen, die jungen Menschen wichtig sind, stärker von der Politik aufgegriffen werden. Die Politik muss deutlich machen, dass das Engagement junger Menschen gewünscht ist und sie ein offenes Ohr für ihre Belange hat.
  • Neue und offene Dialoge: Der Dialog zwischen Jugend und Politik sollte neu und mit anderen Methoden gestaltet werden. Das heißt: weg von den klassischen Podiumsdiskussionen und hin zu offeneren Angeboten. Ein direkter Kontakt zwischen Jugend und Politik unterstützt den Dialog auf Augenhöhe und kann dazu beitragen, Vorurteile zu abzubauen.
  • Zuspruch + Information = Stärke: Junge Menschen benötigen Zuspruch und müssen in ihren Fähigkeiten und Vorhaben bestärkt werden. Doch das allein reicht nicht aus: Sie sollten zudem über ihre Möglichkeiten zur demokratischen Mitbestimmung informiert werden. Außerdem ist ein persönlicher Bezug zur Politik wichtig.
  • Das WIE ist entscheidend: Junge Menschen erwarten klare Antworten. Entscheidungsträger_innen sollten deshalb deutlich machen, was geht und was nicht und welche Grenzen es gibt. Beim Gespräch sollte niemand „abgehoben“ auftreten; ein respektvoller Umgang miteinander ist wichtig.


Mitmischen mit System: Wie sollte eine dauerhafte Jugendbeteiligung aussehen?

  • Beteiligung mit Struktur: Eine wirksame Jugendbeteiligung braucht Strukturen und feste Rahmenbedingungen. Deshalb sollte sie u.a. gesetzlich verankert werden. Weitere Forderungen sind das Einhalten von Qualitätsstandards und die Förderung von Jugendstrukturen/-gruppen. Zudem sollte es in Gremien oder Ausschüssen, die über Angelegenheiten junger Menschen beraten, eine ständige Jugendvertretung geben.
  • Beteiligung funktioniert nicht ohne Veränderungen: Entscheidungsträger_innen sollten Jugendringe/-organisationen als Interessensvertretung junger Menschen anerkennen. Wichtig ist außerdem, dass in der Gesellschaft das Bewusstsein für Beteiligung gestärkt wird. Wirkliche Jugendbeteiligung verlangt, dass Entscheidungsträger_innen einen Teil ihrer (Entscheidungs-)Macht abgeben. Zudem sollten keine Entscheidungen über die Köpfe Betroffener hinweg getroffen und Barrieren abgebaut werden.
  • Beteiligung braucht Information und politische Bildung: Dauerhafte Beteiligung braucht gute Information und mehr politische Bildung. Jugendliche müssen über bestehende Beteiligungsmöglichkeiten informiert werden (z.B. in der Schule). Politische Bildung inner- und außerhalb der Schule unterstützt junge Menschen dabei, Gesellschaft und Politik zu verstehen und eigene Positionen zu entwickeln.
  • Beteiligung muss beständig und passgenau sein: Es braucht dauerhafte Kommunikationsstrukturen zwischen der Politik, der Jugendarbeit und Jugendlichen. Wichtig sind dabei passgenaue Beteiligungskonzepte, denn nicht alle Jugendlichen fühlen sich gleichermaßen angesprochen.
    Beteiligung ja, aber ernsthaft bitte! Bei aller Liebe zur Beteiligung und allen Ideen und Konzepten sollte immer zuerst die Frage im Mittelpunkt stehen: Woran soll wie und warum beteiligt werden? Denn Beteiligung ist kein Selbstzweck.
  • Beteiligung braucht qualifizierte Ansprechpartner_innen: Eine dauerhafte Jugendbeteiligung setzt Offenheit bei Verwaltung, Politik etc. voraus. Jugendbeteiligung sollte deshalb Bestandteil der Ausbildung von Verwaltungsfachleuten (oder ähnlichen Berufen) werden. Stadtverwaltungen, Vereine etc. sollten Ansprechpartner_innen für Beteiligung zur Verfügung stellen.


Starkmacher?! Wie macht Jugendarbeit fit für politische Beteiligung?

  • Fit durch das Miteinander und die Teilhabe ALLER: Jugendarbeit stärkt soziale und persönliche Kompetenzen und das überwiegend durch Gruppenarbeit, finden die Teilnehmenden der Beteiligungsrunde. Zudem erlangen junge Menschen in der Jugendarbeit die Fähigkeit, Menschen in ihrem „Anderssein“ zu erkennen und zu akzeptieren.
  • Fit durch Selbermachen: In der Jugendarbeit lernen junge Menschen, selbstbewusst aufzutreten und steigern ihr Selbstwertgefühl/-vertrauen. Außerdem werde sie motiviert, Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen. Jugendarbeit vermittelt auch Wissen über politische Strukturen und Inhalte und bietet Möglichkeiten, Demokratie erfahrbar und erlebbar zu machen.
  • Fit durch offene, geschützte Räume: Jugendarbeit bietet geschützte Räume, in denen offen diskutiert werden kann. Junge Menschen können sich dort auszuprobieren, Erfahrungen sammeln, Neues entdecken und Dinge voranbringen. Jugendarbeit schafft so den Raum, um den Dialog zwischen Jugend und Politik anzuregen, zu begleiten und zu fördern.


Mitmischen mal anders: Wie können Online-Angebote, Flashmobs & Co Jugendbeteiligung unterstützen?

  • Bewusster Umgang notwendig: Neue Formen der Jugendbeteiligung sind gut und schön; wichtig ist aber, dass sie sich an den Lebenswelten und Kommunikationsgewohnheiten junger Menschen ausrichten. Ziel muss es sein, Beteiligungsmöglichkeiten für möglichst viele Jugendliche zu schaffen (z.B. durch spielerische Formen). Die Nutzung mediengestützter Beteiligungsmöglichkeiten sollte mit einer Förderung der Medienkompetenz einhergehen – und zwar auch bei den Erwachsenen.
  • Online funktioniert nicht ohne offline: Digitale Werkzeuge und Netzwerke können eine gute Ergänzung oder Bereicherung für bestehende Beteiligungsprozesse sein - nicht weniger und nicht mehr. Dabei muss sichergestellt sein, dass Beiträge (in der realen Welt) auch Wirkung entfalten können und ein zeitnahes Feedback möglich ist.
  • Mehr Transparenz und Öffentlichkeit: Neue Formen der Jugendbeteiligung können dazu beitragen, politische Diskussionen und Entscheidungen zeitnah transparent zu machen. Allerdings werden die meisten dieser Angebote von jungen Menschen als eher unpersönlich wahrgenommen. Deshalb braucht es mehr jugendgerechte Formate. Vorhandene Plattformen sollten besser bekannt gemacht werden.


››› Zusammenfassung der Ergebnisse (ca. 1,1 MB)
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Foto: Dümig | Menz | Pollithy
Die drei Jugendvertreter_innen vor dem Plakat der EU-Jugendkonferenz in Riga. Foto: Dümig | Menz | Pollithy

Die EU-Jugendkonferenz in Riga

Die Ergebnisse der Beteiligungs- und Diskussionsrunden aus allen 28 Ländern wurden von rund 200 Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen auf der EU-Jugendkonferenz in Lettland (23.-26. März 2015) diskutiert. Die Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen entwickelten auf dieser Basis gemeinsame Empfehlungen zum Empowerment junger Menschen zur politischen Partizipation.

Über die Schlussfolgerungen von Riga werden Jugendliche und politische Entscheidungsträger_innen im Rahmen der Veranstaltung ››› JuPiD 2015 – Jugend und Politik im Dialog im Juni diskutieren (Feedback- und Konkretisierungsphase).

››› Die Schlussfolgerungen der EU-Jugendkonferenz in Riga (deutsche Übersetzung)

››› Videoclip zur EU-Jugendkonferenz (auf Englisch)


Die Ergebnisse der EU-Jugendkonferenz in Kürze

  1. Eine Partizipationskultur an Schulen etablieren

    • Schüler_innen sollten durch Strukturen wie Schülerräte/-initiativen fest in Entscheidungen im Schulsystem eingebunden werden.
    • Die politische Bildung sollte überall in die Lehrpläne aufgenommen werden.
    • Der Ausschuss für Kultur und Bildung im Europäischen Parlament sollte die Diskussion zur politischen Bildung im Parlament voranbringen.

  2. Junge Menschen in politische Entscheidungsprozesse einbinden

    • Die Teilnehmenden der Konferenz sprechen sich dafür aus, Pilotprogramme zur Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre auf der kommunalen Ebene umzusetzen. 
    • Die Behörden auf allen Ebenen sollten durch geeignete Strukturen und finanzielle Unterstützung die volle Einbindung von Jugendorganisationen in politische Entscheidungen, die junge Menschen betreffen, sicherstellen.

  3. Das Engagement von Entscheidungsträger_innen für junge Menschen erhöhen

    • Auch Entscheidungsträger_innen müssen fit für Jugendbeteiligung gemacht werden. Verantwortliche in Politik und Verwaltung sollten deshalb mit dem notwendigen Handwerkszeug ausgestattet werden, um junge Menschen und Jugendorganisationen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
    • Politische Entscheidungsträger_innen sollten jugendgerechte Methoden einsetzen, um politische Prozesse nachvollziehbarer zu machen und Verantwortlichkeiten aufzuzeigen.

  4. Die Rolle der Jugendarbeit für politisches Empowerment aller jungen Menschen stärken

    • Jugendarbeit spielt eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, die politische Partizipation junger Menschen zu fördern. Diese Rolle sollte gestärkt und besser anerkannt werden (z.B. durch mehr Ressourcen).
    • Um die Fort- und Weiterbildung von Fachkräften der Jugendarbeit in Sachen politische Partizipation zu fördern, sollten bereichsübergreifende Projekte und langfristige Partnerschaften ins Leben gerufen werden.

  5. Jugendgerechte Tools zur politischen Partizipation entwickeln

    • Die Teilnehmenden der Konferenz fordern Schulungen zu Online-Tools für Lehrer_innen und andere Fachkräfte, die mit jungen Menschen arbeiten.
    • Junge Menschen sollten in die Entwicklung und Anwendung von Online-Tools zur politischen Partizipation einbezogen werden.
    • Online-Beteiligungstools sollten durch Offline-Methoden ergänzt werden, und sie brauchen eine Nachbereitungsphase, in der Entscheidungsträger_innen darstellen, inwieweit die Beiträge junger Menschen berücksichtigt wurden.

  6. Die lokale und direkte Demokratie entwickeln

    • Alternative Formen des politischen Engagements junger Menschen (z.B. Kunst, Sport) sollten besser anerkannt und genutzt werden.
    • Kommunale und regionale Jugendringe oder anderen gleichbedeutende Jugendplattformen sollten von den Behörden unterstützt und gestärkt werden. Die Jugendringe/-plattformen sollten dabei  möglichst offen, inklusiv und nachhaltig sein.

  7. Synergien und Kooperationen zwischen verschiedenen Akteuren stärken

    • Damit Jugendbeteiligung besser funktioniert, müssen die beteiligten Akteure über die verschiedene Politikbereiche hinweg besser zusammenarbeiten. Deshalb sollten die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten die Kommunikation zwischen den Politikbereichen besser abstimmen.
    • Die Europäische Kommission sollte Vorbereitungen zu treffen, um ein System einzuführen, mit dem der Einfluss junger Menschen auf politische Entscheidungsprozesse in der EU sichtbar gemacht werden kann. Dabei sollten alle relevanten Akteure einbezogen werden.

 

 

 

3. Feedback- und Konkretisierungsphase (April – November 2015)

Foto: claudiarndt | Photocase
Ein Metallrad, das an einer Wand befestigt ist und das man nur zum Teil sieht. Links des Rades steht "Lösen" und rechts davon "Bremsen" an der Wand. Foto: claudiarndt | Photocase

Ab April 2015 geht’s dann auf die Zielgerade: In allen EU-Mitgliedstaaten sollen junge Menschen mit politischen Akteur_innen und Expert_innen zum einen über die Empfehlungen der EU-Jugendkonferenz in Lettland und zum anderen konkrete Handlungsempfehlungen entwickeln.

Was passiert in dieser Phase in Deutschland?

In Deutschland ist für diese Phase mit "JuPiD 2015 - Jugend und Politik im Dialog" eine Dialogveranstaltung geplant, die junge Menschen und politische Entscheidungsträger_innen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammenbringen soll. JuPiD 2015 wird vom 7.-9. Juni in Berlin stattfinden. ››› Weitere Infos


Öffentliche Ratssitzung zu Schlussfolgerungen von Riga

Am 18. Mai haben sich die EU-Jugendminister_innen bei einer öffentlichen Debatte mit den Empfehlungen der EU-Jugendkonferenz in Riga auseinandergesetzt. Erstmals wurde ein solcher Austausch im EU-Jugendministerrat live im Web übertragen, so dass auch Externe verfolgen konnten, was die Jugendminister_innen (bzw. ihre Vertreter_innen) zu sagen hatten.

Es wurde viel Wertschätzendes über junge Menschen gesagt und viel darüber, dass man mit jungen Menschen und nicht über sie reden sollte. Zudem wurden viele Beispiele guter Praxis in Sachen Jugendbeteiligung genannt. Inhaltlich standen die Themen politische Bildung und Information in Schulen, Jugendbeteiligung bei Wahlen, die Rolle von (Jugend-)Organisation und der Dialog zwischen Jugend und Politik im Mittelpunkt.

››› Hier könnt ihr euch die ganze Debatte noch mal ansehen.

 

Die EU-Jugendkonferenz in Luxemburg

Die Rückmeldungen aus jedem Land bilden dann die Basis für die dritte und letzte EU-Jugendkonferenz. Sie findet im September 2015 in Luxemburg statt. Ihr Ziel ist es, die endgültige Version der gemeinsamen Empfehlungen zum Empowerment junger Menschen zu erarbeiten.

Die endgültigen Empfehlungen gehen wieder an den EU-Jugendministerrat, der darüber beraten wird, welche Punkte in die Ratsentschließung zum Empowerment junger Menschen einfließen werden, die im November 2015 verabschiedet werden soll. Eine Entschließung ist ein offiziell vom Rat der EU verabschiedetes Dokument, das politische Absichtserklärungen und Willensbekundungen enthält, auf die sich die EU-Mitgliedstaaten geeinigt haben.

Darüber hinaus sind die EU-Institutionen und die Akteur_innen in den EU-Mitgliedsländern aufgefordert, sich mit den Ergebnissen des Prozesses zu beschäftigen und den Worten - soweit möglich - auch Taten folgen zu lassen, die dazu führen, dass junge Menschen gestärkt und ausreichend unterstützt werden, um ein selbständiges Leben führen und sich selbstverantwortlich und selbstbestimmt in die Gesellschaft einbringen zu können.


jump-Team
Was ist Empowerment?
Ein junger Mann blickt durch ein Fernglas. Foto: gerlos | flickr.com (CC: BY-SA)
JuPiD 2015 - Fotos
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Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland
c/o Deutscher Bundesjugendring | Mühlendamm 3 | 10178 Berlin

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