hochINKLUSIV - Mittendrin statt außen vor

Von Januar 2013 bis Juni 2014 stand das Thema "Inklusion junger Menschen" im Mittelpunkt der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa und damit auch im Mittelpunkt des Strukturierten Dialogs auf europäischer Ebene. 

Der Begriff „Inklusion“ kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet „beinhalten“, „einschließen“ oder „umzingeln“. Übertragen heißt das: Niemand wird ausgeschlossen oder ausgegrenzt. Alle werden so akzeptiert, wie sie sind, und bestehende Barrieren werden abgebaut, damit alle gleichberechtigt am gemeinsamen Lernen, Arbeiten, Wohnen, Freizeitvergnügen, Verbandsleben… teilhaben können. 


Foto: bebasta | Photocase
Eine größere Gruppe von Menschen sitzt auf einer Treppe. Das Foto wurde aus der Vogelperspektive aufgenommen. Foto: bebasta | Photocase



Mehr über das Thema "Inklusion" erfahren:

Titelseite der Broschüre. Verwendetes Foto: kallejipp | Photocase (Eine Person macht einen großen Sprung vor einer Wand mit bunten Streifen.)

Inklusion – Was heißt das überhaupt? 

Wen geht Inklusion etwas an? 

Wie sieht eine inklusive Gesellschaft aus? 

Und was hat das mit dem Strukturierten Dialog zu tun? 

Auf diese und weitere Fragen gibt unsere Broschüre "hochINKLUSIV – Mittendrin statt außen vor" Antworten. Mit ihr wollen wir euch den Einstieg in das Thema erleichtern und euch Praxistipps und Handwerkszeug für die inhaltliche Arbeit mit auf den Weg geben. 

››› Broschüre herunterladen (2,3 MB)
      [Die gedruckte Version ist leider schon vergriffen.]


Warum das Thema?

Jugendliche in Europa: Ausgegrenzt statt mittendrin?

Die Europäische Union (EU) steckt mitten in einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Statistiken zeigen, dass junge Menschen am stärksten darunter leiden. So steigt die Zahl junger Menschen, die nicht zur Schule gehen oder studieren, keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben und auch kein Praktikum oder Kurs zur Berufsvorbereitung machen seit 2008.

Die Jugendarbeitslosenquote in der EU erhöhte sich von 14,5 % im März 2008 auf 23,7 % im November 2012. Gleichzeitig hat die Gefahr für junge Menschen zugenommen, sozial ausgrenzt zu werden. Viele leiden unter Armut.

Foto: Markus | Photocase
Portrait eines jungen asiatischen Manns, der das Gesicht verzieht. Foto: Markus | Photocase

Die Krise wirkt sich außerdem negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen aus. Arbeitslosigkeit, Verarmung, schlechte Wohnverhältnisse und familiäre Probleme führen zu einem erhöhten Risiko bei psychischen Problemen, Alkoholmissbrauch und Suizid.

Das sind ganz schön viele Probleme! Die Minister_innen, die in den 28 EU-Ländern für Jugendfragen zuständig sind, haben deshalb vereinbart, für eineinhalb Jahre gemeinsam europaweit an Lösungsvorschlägen für die Verbesserung der Inklusion von jungen Menschen zu arbeiten. 

Die Ergebnisse sollen dann den Verantwortlichen in den EU-Ländern und auf EU-Ebene helfen, zum Beispiel Projekte und Angebote zu entwickeln, die das Leben von betroffenen Jugendlichen ganz konkret verbessern. Warum sollte eine Idee, die in Finnland bereits erfolgreich funktioniert, nicht auch in Spanien oder Italien ausprobiert werden?


Schritt für Schritt zum Ziel

Grafik: DBJR (Zum Vergrößern bitte draufklicken)
Die Grafik zeigt die 3. Phasen des Strukturierten Dialogs zur Inklusion junger Menschen und ordnet die Beteiligungsrunden und die EU-Jugendkonferenzen auf einem Zeitstrahl ein. Grafik: DBJR

Der Strukturierte Dialog zur Inklusion junger Menschen lief in drei Runden ab:

Die Ergebnisse der ersten Runde (1. Halbjahr 2013) bildeten die Grundlage für die Arbeit in der zweiten Runde (2. Halbjahr 2013) und die Ergebnisse der ersten beiden Phasen zusammen waren dann die Basis für die Diskussionen in der dritten Runde (1. Halbjahr 2014). 

Das Ziel war es, Schritt für Schritt Empfehlungen zur Verbesserung der Inklusion junger Menschen zu entwickeln – und daran viele junge Menschen aus ganz Europa zu beteiligen.

Jede Runde begann damit, dass die Ideen und Vorschläge von Jugendlichen und Jugendgruppen gesammelt werden. Das geschieht in festgelegten Zeiträumen mit Hilfe von Fragen. Wir bezeichnen das als "Beteiligungsrunden" oder "Konsultationen". Die Beiträge aus Deutschland werden zusammengefasst und anschließend an die EU-Ebene weitergeleitet. Dies passiert auch in allen anderen EU-Ländern.

Im nächsten Schritt findet eine EU-Jugendkonferenz statt. Dort kommen Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen aus allen 28 EU-Ländern zusammen. Gemeinsam arbeiten sie daran, die Punkte herauszusuchen, die für Jugendliche in allen europäischen Ländern wichtig sind. Am Ende der Konferenz steht eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Anliegen, Empfehlungen und Vorschlägen, die auf den Beiträgen vieler junger Europäer_innen beruht.

Mehr erfahren über:



Eineinhalb Jahre = langer Atem

Foto: kallejipp | Photocase
Titelbild der Broschüre. Eine Person macht einen großen Sprung vor einer Wand mit bunten Streifen. Foto: kallejipp | Photocase

Eineinhalb Jahre? Dafür braucht man einen langen Atem. Das ist auch uns klar.  Positiv daran ist, dass der lange Zeitraum allen Beteiligten die Möglichkeit gab, sich ausführlich mit dem Thema auseinander­zusetzen und so gute Vorschläge und Positionen zu entwickeln.

 

Jetzt liegt die Broschüre vor, die die Ergebnisse der drei Beteiligungsrunden in Deutschland und der EU-Jugendkonferenzen in Dublin, Vilnius und Thessaloniki zusammenfasst.

Für die Broschüre wurden die Ergebnisse der drei Beteiligungsrunden in Deutschland und der drei EU-Jugendkonferenzen nach Themen sortiert und redaktionell aufbereitet. Sie zeigt damit, was aus Sicht junger Europäer_innen wichtig und notwendig ist, um die gesellschaftliche Ausgrenzung junger Menschen in Europa zu verringern und ihre gleichberechtigte Teilhabe an den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu fördern.

Mit dem Abschluss der Beteiligungsrunden und EU-Jugendkonferenzen ist der Strukturierte Dialog zur Inklusion junger Menschen noch nicht beendet, sondern startet in eine weitere Phase: Politisch Verantwortliche in der EU und den EU-Mitgliedstaaten sind nun aufgefordert, sich mit den Ergebnissen des Prozesses zu beschäftigen.

Sie sind aufgefordert, die Ergebnisse des Strukturierten Dialogs zur Inklusion junger Menschen ernst zu nehmen und sie einzubeziehen, wenn Maßnahmen, Programme oder sonstige politische Entscheidungen entwickelt und umgesetzt werden, die gesellschaftliche Ausgrenzung junger Menschen verringern und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stärken sollen.

Mit der Broschüre sollen dieser Prozess und damit der weitere Dialog zwischen Jugend und Politik zum Thema „Inklusion junger Menschen“ unterstützt werden.

Die Broschüre steht unten als Download zur Verfügung oder kann beim ››› Deutschen Bundesjugendring als gedrucktes Exemplar bestellt werden.

 

››› Broschüre "hochINKLUSIV – Mittendrin statt außen vor: Meinungen, Vorschläge und Forderungen junger Menschen zur sozialen Inklusion" herunterladen (3,2 MB)

 

 

Was ist Empowerment?
Ein junger Mann blickt durch ein Fernglas. Foto: gerlos | flickr.com (CC: BY-SA)
Jugendvertreter_innen
Foto: Drotleff | Isilar | Lange
Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland
c/o Deutscher Bundesjugendring | Mühlendamm 3 | 10178 Berlin

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