Der Strukturierte Dialog in Deutschland

Die Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland besteht aus mehreren Bausteinen, die wir Euch hier im Einzelnen vorstellen: 

Foto: doubleju - photocase
Fingernagel eines Daumens mit Nagellack in Schwarz, Rot und Gold. Foto: doubleju - photocase



Projekte und Aktivitäten zum Strukturierten Dialog

Foto: dieprojektoren
Eine Gruppe von Jugendlichen erklärt einem Erwachsenen ihre Ziele. Foto: dieprojektoren

Ein wesentlicher Baustein des Strukturierten Dialogs in Deutschland sind die Projekte und Aktivitäten, die von und mit jungen Menschen vor Ort und in der Region organisiert werden. Jugendliche recherchieren, debattieren und entwickeln eigene Standpunkte zu ausgewählten Themen (der EU-Jugendstrategie). Diese diskutieren sie dann mit politischen Entscheidungsträger_innen. Diese setzen sich mit den Meinungen, Vorschlägen und Forderungen auseinander, beziehen sie in ihre Entscheidungen mit ein und geben den Jugendlichen ein Feedback.

Auf diese Weise soll ein kontinuierlicher Dialog zwischen Jugend und Politik entstehen, durch den die Jugendbeteiligung vor Ort und in der Region und damit im direkten Lebensumfeld der Beteiligten gefördert wird. Partizipation soll so für junge Menschen direkt spürbar werden. Gleichzeit bleibt viel Raum, die Themen und Methoden flexibel an die Interessen und Bedürfnisse der beteiligten Gruppen anzupassen. 

Doch der Strukturierte Dialog geht noch einen Schritt weiter: Die Ergebnisse der lokalen und regionalen Dialogrunden werden nämlich zusammengetragen und gebündelt. So können sie in den Dialog auf Bundes- und EU-Ebene eingespeist werden und damit auch nationale und europäische Jugendpolitik beeinflussen. 

 

››› Beispiele von Projekten zum Strukturierten Dialog
››› Fördertipps für Projekte



Online-Verfahren

Screenshot vom ePartool
Screenshot vom ePartool

Um die Ergebnisse der lokalen und regionalen Projekte und Aktivitäten in die Politikprozesse auf Landes,- Bundes- und EU-Ebene einspeisen zu können, ist es notwendig, sie deutschlandweit zu sammeln und zu bündeln. Darüber hinaus muss es selbstverständlich auch eine Beteiligungsmöglichkeit für junge Menschen geben, die nicht an einem Projekt zum Strukturierten Dialog vor Ort teilnehmen können. 

Deshalb wurde von der Nationalen Arbeitsgruppe und der Koordinierungsstelle ein Online-Verfahren entwickelt. In einer ersten Stufe werden anhand von Leitfragen die Meinungen, Vorschläge und Forderungen junger Menschen zu einem bestimmten Thema gesammelt. Teilnehmen können daran alle interessierten Jugendlichen, egal ob als Einzelperson oder als Gruppe. Diese Beiträge werden für alle sichtbar veröffentlicht.

In einer zweiten Runde können dann alle, die mitgemacht haben, aus den gesammelten Beiträgen diejenigen auszuwählen, die ihnen am wichtigsten sind und so entscheiden, welche Inhalte in die Zusammenfassung einfließen und weitergeleitet werden. Dabei wird unterschieden, ob man sich als Einzelperson oder als Gruppe beteiligt. Gruppen haben abhängig von ihrer Größe ein größeres Gewicht.

››› Überblick über laufende und abgeschlossene Konsultationsrunden
››› Zum ePartool, dem Werkzeug für das Online-Verfahren


Strukturierter Dialog zu nationalen Schwerpunktthemen

Grafik: Georg Slickers | wikicommons
Karte von Deutschland mit den 16 Bundesländern. Grafik: Georg Slickers | wikicommons

Der Strukturierte Dialog ist das "Jugendbeteiligungsinstrument" zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie. Das bedeutet: Dort, wo Inhalte bzw. Themen der EU-Jugendstrategie in konkrete Politik umgesetzt werden, sind Jugendliche im Rahmen eines kontinuierlichen Dialogs zu beteiligen. Da die EU-Jugendstrategie nicht nur auf EU-Ebene umgesetzt wird, sondern auch in Deutschland, bedeutet dies, dass konsequenterweise auch die Umsetzung der Jugendstrategie in Deutschland durch einen Strukturierten Dialog mit jungen Menschen begleitet werden muss. 

Deshalb gibt es neben dem Strukturierten Dialog zum europäischen Schwerpunktthema einen Strukturierten Dialog zu drei nationalen Schwerpunktthemen. Denn das Bundesjugendministerium und die Bundesländer haben sich dazu entschieden, für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie genau drei Themen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Diese Themen lauten: 

  • Anerkennung und Sichtbarmachung von nicht-formaler und informeller Bildung;
  • Integration sozial benachteiligter junger Menschen in Bildung, Ausbildung und Arbeit (gelingende Übergänge in Arbeit);
  • wirksame Beteiligung junger Menschen (Partizipation fördern und Demokratie stärken). 


Die Mitglieder der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland im Wesentlichen steuern und vorantreiben, haben sich dazu verpflichtet, sich mit den Meinungen, Vorschlägen und Forderungen von jungen Menschen zu diesen drei Themen auseinanderzusetzen und den Teilnehmenden ein Feedback zu geben. Weitere wichtige politische Entscheidungsträger_innen werden in den Prozess je nach Thema einbezogen.


Die Nationale Arbeitsgruppe

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Grafik, die die Zusammensetzung der Nationalen Arbeitsgruppe zum Strukturierten Dialog zeigt. Die Nationale Arbeitsgruppe setzt sich zusammen aus je einem Vertreter bzw. einer Vertreterin des Deutschen Bundesjugendrings (Vorsitz), des Bundesministeriums f

2010 wurde - wie in allen anderen EU-Staaten auch - die Nationale Arbeitsgruppe für den Strukturierten Dialog eingerichtet. Das wird in der EU-Jugendstrategie so empfohlen. In Deutschland setzt sich die Nationale Arbeitsgruppe aus zehn Mitgliedern zusammen, die die wichtigsten Bereiche der Jugendhilfe und Jugendpolitik sowie die unterschiedlichen föderalen Ebenen vertreten.

Die Nationale Arbeitsgruppe tagt dreimal pro Jahr unter dem Vorsitz des Deutschen Bundesjugendrings. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Umsetzung des Strukturierten Dialogs hauptverantwortlich zu steuern und weiterzuentwickeln. So sind die Mitglieder u.a. an der Gestaltung der Konsultationen beteiligt, diskutieren auftretende Probleme und überlegen, wie der Strukturierte Dialog verbessert werden könnte. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe spielen zudem eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Strukturierten Dialog in Deutschland in die Breite zu tragen.

››› Die Mitglieder der Nationalen Arbeitsgruppe kennenlernen



Die Koordinierungsstelle

Zur Unterstützung der Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland wurde im Sommer 2010 beim Deutschen Bundesjugendring eine nationale Koordinierungsstelle eingerichtet. Sie ist eines der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekte, die die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland begleiten.

Während die Nationale Arbeitsgruppe die "großen Linien" festlegt, kümmert sich die Koordinierungsstelle hauptsächlich um das "operative Geschäft". Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört es, über den Strukturierten Dialog zu informieren, den Akteuren Beratung und Unterstützung anzubieten, die Ergebnisse der Dialogprozesse in Deutschland zusammenzutragen und zu bündeln. Darüber hinaus bildet die Koordinierungsstelle die Informationsschnittstelle zwischen europäischer und nationaler Ebene und unterstützt die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch unter den Beteiligten in Deutschland. Hierzu veranstaltet sie in Kooperation mit JUGEND für Europa zweimal im Jahr bundesweite Auswertungs- und Vernetzungstreffen.

››› Die Koordinierungsstelle kontaktieren


Wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung

Logo des Centrums für angewandte Politikforschung

Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird die Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland durch die Forschungsgruppe Jugend und Europa beim Centrum für angewandte Politikforschung  wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Die Ergebnisse der Untersuchung dienen der Sichtbarmachung und Weiterentwicklung des Strukturierten Dialogs in Deutschland. Hierzu werden ab 2012 Jugendliche, Projektverantwortliche und Multiplikator_innen sowie politische Entscheidungsträger_innen mit Hilfe von Fragebögen, Interviews und Hintergrundgesprächen befragt. Alle Daten werden selbstverständlich anonymisiert und vertraulich behandelt.

Der Forschungsansatz folgt dabei den Grundprinzipien der partizipativen Evaluierung. Das heißt: Alle beteiligten Akteur_innen des Strukturieren Dialogs werden in die Auswertung aktiv eingebunden. Die Forschungsgruppe Jugend und Europa möchte auf diese Weise ein möglichst vielfältiges und breites Spektrum der Meinungen abbilden und in die Fortentwicklung einbeziehen.

Was ist Empowerment?
Ein junger Mann blickt durch ein Fernglas. Foto: gerlos | flickr.com (CC: BY-SA)
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Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland
c/o Deutscher Bundesjugendring | Mühlendamm 3 | 10178 Berlin

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